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Baubiologie: Gesund wohnen ohne Schadstoffe

Umweltschadstoffe in Wohnräumen können körperliche Beschwerden auslösen. Bei Neubau und Sanierung sollten deshalb unbedenkliche Materialien verwendet werden. Baubiologen helfen bei der Auswahl.

 

Es gibt viele Elemente in einem Gebäude, die unsere Lebensqualität, unsere körperliche Gesundheit und unser emotionales Wohlbefinden beeinträchtigen können. So kann eine schlechte Luftqualität in Innenräumen eine Vielzahl von Symptomen verursachen: Von Kopfschmerzen über Müdigkeit und Erschöpfung bis hin zu Asthma und allergischen Reaktionen. Schuld daran sind oft Umweltschadstoffe in Wohnräumen: Baustoffe wie Lacke, Lösemittel, Farben oder Klebstoffe geben giftige Substanzen frei, die wir über die Raumluft aufnehmen.

Baubiologie ist die „Lehre von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen den Menschen und ihrer Wohnumwelt“ – sprich mit unserer Umgebung und den Gebäuden, in denen wir uns bewegen. Entstanden ist sie auf deutschem Boden, und von da aus hat sie sich auch nach USA, Kanada und Australien Kontinente ausgebreitet.

Baubiologen beraten angehende Hausbesitzer und Sanierungswillige zum Einsatz schadstofffreier Baumaterialien und zu umweltfreundlichen Bauweisen.

DAS ZUHAUSE ALS DRITTE HAUT

Unsere Häuser sind lebende Organismen. Baubiologen bezeichnen sie als unsere dritte Haut, wobei die Kleidung die zweite ist. Fachleute für Baubiologie arbeiten nach dem Vorsorgeprinzip: Heute verhindern, was uns morgen schaden könnte. Das gilt natürlich vor allem für Neubauten: Wenn es Hinweise auf eine schädigende Wirkung gibt, sollten auf jeden Fall Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden – selbst dann, wenn der Kausalzusammenhang noch nicht vollständig geklärt ist. Das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner stehen immer im Mittelpunkt.

Naturstoffe: seit Jahrtausenden bewährt

Schwedenhaus-Interieur mit dunklem Parkett und Treppenaufgang

Im Durchschnitt verbringen wir etwa 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Das zeigt, wie wichtig eine gesunde Wohnumgebung ist. Baubiologisch unbedenkliche Baustoffe (auch als „Naturbaustoffe“ bezeichnet) sind meist solche, die schon seit Jahrtausenden verwendet wurden: Neben Holz sind das Lehm, Kalk, Ziegel, Gips und Materialien aus Naturfasern, um nur einige zu nennen. Diese natürlichen Baustoffe haben die günstigsten Eigenschaften für eine ganzheitliche Wirkung. Sie schaffen einen angenehmen, positiv aufgeladenen Wohn- und Lebensraum, ohne Schadstoffe abzugeben. Ein Schwedenhaus von Eksjöhus punktet mit seinem nachwachsenden Baustoff: Holz hat nicht nur hervorragende Dämmeigenschaften, es kann sich auch positiv auf das Raumklima auswirken, weil es die Feuchtigkeit reguliert.

WIE EIN NEUBAU WOHNGESUND WIRD

Das Institut für Baubiologie und Ökologie in Neubeuern hat Voraussetzungen definiert, die einen Neubau als wohngesund einstufen.

Ausschlaggebende Kriterien für ein gesundes Raumklima:

  • Lage des Hauses abseits von Hauptverkehrsstraßen
  • geringe Neubaufeuchte
  • natürliche Licht- und Farbverhältnisse
  • atmungsaktive und geruchsneutrale Räume
  • unverfälschte und natürliche Baustoffe

Als gesundheitsgefährdend gelten dagegen Baustoffe, die VOC-Emissionen (Volatile Organic Compounds) absondern. Dies sind flüchtige organische Verbindungen, die beispielsweise in Bodenbelägen, Wand- und Deckenmaterialien oder in Lösungsmitteln, Farben, Lacken und Klebstoffen vorkommen. Diese Schadstoffe können vor allem bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen.

ZUSAMMENARBEIT MIT ÄRZTEN

Haus Solberga von Eksjöhus

In den letzen Jahrzehnten wurden in Deutschland mehrere tausend Baubiologen ausgebildet. Einige davon haben sich in Zusatzausbildungen zu Hausmesstechnikern qualifiziert. Hausmesstechniker arbeiten oftmals regional mit Ärzten (insbesondere Umweltmedizinern) und Heilpraktikern zusammen, wenn es darum geht, Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln, die durch eine ungesunde Wohnumgebung entstanden sind.

Gesunde Umgebung für die Zukunft

Baubiologen sind daneben auch als Architekten, Bauhandwerker und im Handel für Naturbaustoffe tätig. Wer sicher sein möchte, dass die eigenen vier Wände nicht krank machen, sollte sich überlegen, eine baubiologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Die Zusammenarbeit mit Experten für Baubiologie gibt Bauherren Werkzeuge an die Hand, um eine gesunde Umgebung zu schaffen – und das langfristig.

Linktipps

Der Verband Baubiologie ist eine überregionale Anlaufstelle für alle die in gesunden Räumen leben und ökologisch bauen möchten.

Der Berufsverband deutscher Baubiologen sammelt Fachinformationen zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen und stellt Kontakte zu Fachkollegen aus allen Bereichen der Baubiologie her.

Viele wertvolle Tipps zu gesundem Wohnen gibt es im Baubiologie Magazin, das regelmäßig aktuelle Artikel zum Thema veröffentlicht.

Lesenswert ist auch der Beitrag Baubiologie: Gesundes Wohnen in den eigenen vier Wänden in bauwelt.de