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Farbe, Form, Funktion: Wie Sie ihren eigenen Stil finden

Das Haus ist ausgewählt und bestellt. Nun gilt es, Farben, Tapeten, Bodenbeläge, Fliesen und natürlich die Möbel auszusuchen. Sie haben das Gefühl, da türmt sich ein Riesenberg vor Ihnen auf? Keine Sorge – mit ein paar einfachen Tipps und guter Planung macht die Inneneinrichtung des Hauses richtig Spaß und Sie können leicht Ihren eigenen Stil finden. 

Aktuelle Einrichtungstrends sind nicht immer kompatibel mit der Funktionalität – und mit dem eigenen Bankkonto. Das weiß auch Pernilla Boström. Die schwedische Innenarchitektin hat unter anderem das Eksjöhus-Musterhaus im New England-Stil in Göteborg geschmackvoll eingerichtet.

„Wenn man sein eigenes Haus baut, möchte man etwas schaffen, das lange hält“, sagt Pernilla Boström. „Der New England-Stil dieses Hauses ist zeitlos und lässt sich daher sehr gut mit dem skandinavischen Einrichtungsstil kombinieren, also mit hellen Farben, vielen Textilien und individuellen Details.“ 

Ein Spiel mit Farben, Formen und Materialien

Aber, jeder Häuslebauer weiß: aller Anfang ist schwer. Die Möglichkeiten, ein Holzhaus gleichermaßen funktional und schön einzurichten, sind schier unbegrenzt. Da ist zum einen die große und deswegen schwierige Auswahl an Farben, Tapeten und Materialien. Zum anderen heißt es, die unterschiedlichen Geschmäcker und Vorlieben der künftigen Bewohner unter einen Hut zu bringen.  

Bungalow Sjöholmen von Eksjöhus

Das Haus ganz neu denken

„Mein Tipp Nummer eins für alle, die zum ersten Mal ein eigenes Haus beziehen, ist, zunächst ein Moodboard zu erstellen. Lassen Sie sich in Zeitschriften inspirieren, schneiden Sie Stoffmuster zurecht, die Ihnen gefallen, schauen Sie sich Farbmuster an und stellen Sie alles für jeden Raum zusammen, damit Sie das Ganze sehen“, rät Pernilla.

Beim Umzug in das neue Haus sollte man auch loslassen können:

„Viele Menschen nehmen einfach nur ihre alten Möbel mit ins neue Heim. Das ist ein Fehler“, meint die Einrichtungsexpertin. „Denn man baut, hat man alle  Möglichkeiten, etwas ganz Neues zu schaffen, in dem Farben, Textilien und Möbel aufeinander abgestimmt sind. Damit meine ich nicht, dass alle Räume in den gleichen Farben gehalten sein sollten – im Gegenteil, die Räume sollten zusammen ein harmonisches Ganzes ergeben.“

Farben auf die gewünschte Wirkung abstimmen

Hell und frisch – das waren für viele, die in den letzten Jahrzehnten ihre Häuser dekoriert haben, die wichtigsten Kriterien bei der Einrichtung. Für viele ist deswegen Weiß die Farbe der Wahl. Sie eignet sich immer gut als Grundfarbe für helle skandinavische Häuser.

„Weiß als Basis gibt einem die Möglichkeit, farbige Möbel, Textilien und Deko-Artikel einfließen zu lassen, um ein Gefühl von Gewicht und Tiefe zu erzeugen“, erläutert Pernilla.

„Manchmal möchte man vielleicht etwas mehr Farbe, um unterschiedliche Emotionen in verschiedenen Räumen zu erzeugen. Ich finde es wichtig, die Farben entsprechend den Raumeigenschaften zu wählen: Im Schlafzimmer kann man gut mit erholsamen, kühlen Farben arbeiten. In einem Fernsehzimmer möchte man es vielleicht ziemlich dunkel haben und die Farbe entsprechend auswählen.“

Ganz in Weiß oder Farbe ins Haus bringen?

Ob man sich für weiße Räume entscheidet oder für das Zusammenspiel unterschiedlicher Farbtöne, hängt auch von der gewünschten Raumwirkung ab. „Dunkle Farben drücken“, gibt Pernilla zu bedenken. „Eine dunkle Decke lässt den Raum niedriger erscheinen als eine helle.“ 

Und was tun, wenn man sich nicht für eine Farbe entscheiden kann?

„Dann ist Weiß nie falsch – auch wenn es vielleicht nicht immer die beste Option ist.“

Trends, die Bestand haben

Nur wenige Trends sind von Dauer – das gilt auch im Interieur. In den letzten Jahren kamen immer wieder neue Stile auf: Shabby Chic, Industrial und Romantisch, um nur einige zu nennen. Sie kamen, und die meisten gingen genauso schnell wieder. Viele Interieur-Unternehmen kreieren ihre eigenen Trends, die nur eine Saison überleben.

„Ein Trend, der meiner Meinung nach zum Stillstand gekommen ist, ist ‚Eco Interior Design'“, stellt Pernilla fest. „Man sollte immer überlegen, was man wegwirft, und was man neu kauft. Aus der Kombination von Altem und Neuem entsteht ein ganz  persönlicher Stil.“ Und der sollte sich nicht bereits nach einem Jahr überholt haben: „Wer neu baut, sollte so dekorieren, dass das Interieur lange Bestand hat – besonders in Badezimmern und Küchen, die man eher selten umgestaltet. Hier sollte man auf Klassisches setzen und stattdessen von Zeit zu Zeit die Utensilien und die Deko austauschen.“

Alles an seinem Platz

Den eigenen Stil finden: Schwedenhaus: Einrichtungsbeispiel Küche

Es gibt ein Wort, das man in Sachen Dekoration nie zu oft sagen kann. Ordnung!

„Es mag wie ein Klischee klingen, aber dass jedes Ding seinen Platz haben sollte, ist das A und O für jedes Dekor. Wenn Sie Sachen verstecken können, die einen unordentlichen Eindruck hinterlassen, wie z. B. Kleidung, Decken, Lebensmittel oder Küchenutensilien, ist das einfacher. Es putzt sich leichter und die Aufmerksamkeit wird auf die Dekoration gelenkt.“.

Kurz zusammengefasst

"Das Wichtigste ist, methodisch vorzugehen. Lassen Sie sich inspirieren, planen Sie konsequent und haben Sie immer das Ganze im Blick. Dabei sollte man praktische Überlegungen aber nicht über den eigenen Geschmack stellen, denn man will ja noch viele Jahre in dem Haus wohnen."

6 Tipps für Neulinge
von Pernilla Boström

Den eigenen Stil finden:
  1. MACHEN SIE EIN MOODBOARD Lassen Sie sich von Zeitschriften, Websites und Fachgeschäften für Inneneinrichtung inspirieren. Stellen Sie es in einem Moodboard zusammen, so dass Sie ganz einfach Farben und Deko für jeden Raum auswählen können.
  2. LAGERUNG Schaffen Sie ausreichend Raum in der Wohnung, damit alles seinen festen Platz hat. Bewahren Sie Gebrauchsgegenstände und Kleidung in Schränken und Schubladen auf, damit herumliegende Gegenstände keinen unordentlichen Eindruck hinterlassen.
  3. GESTALTUNG Planen Sie Ihr Haus mit der ganzen Familie. Überlegen Sie als erstes, wie Sie den Eingangsbereich, das Kinderzimmer und das Elternschlafzimmer einrichten wollen.
  4. FUNKTION VOR FARBE Überlegen Sie, wofür die Räume verwendet werden sollen, und entscheiden Sie sich erst dann für die Art der farblichen Ausgestaltung. Wählen Sie zum Beispiel ruhige Farben in Schlafzimmern, lebendigere im Wohnbereich.
  5. PFLEGELEICHTE MATERIALIEN Bei der Auswahl von Materialien für Fußböden, Fliesen usw. sollte man daran denken, dass  eine glatte Oberfläche in der Regel einfacher zu reinigen ist als eine raue.
  6. ZEITLOSIGKEIT IN KÜCHE UND BAD Gestalten Sie Bad und Küche zeitlos. Hier genügt es, ab und zu ein paar gestalterische Details aufzufrischen.

Lust auf Inspirationen?

Inspirationen und Einrichtungs-Beispiele von Schwedenhäusern gibt es in der Eksjöhus-Galerie

 

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