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Ewige Wälder: wo Schweden am grünsten ist

Rückzugsort, Rohstoffquelle und Biotop: Das kleine Schweden ist ein Land ausgedehnter Wälder. Mehr als die Hälfte der Landfläche ist mit Wald bedeckt.

Braunbären in Finnskogen, Hälsingland

Schweden ist ein grünes Land: 57 Prozent, also mehr als die Hälfte seiner Landfläche, ist mit Wald bedeckt. Das entspricht der Fläche ganz Großbritanniens.

Der Norden des Landes ist von Hügellandschaften mit Tannenwäldern geprägt. Bis in Höhenlagen von 800 Meter gibt es auch ausgedehnte Birkenwälder. Im Süden sind Laubwälder häufiger (Buche, Eiche, Espe).

Schweden gilt damit als eines der waldreichsten Länder der Welt – gemessen am Verhältnis „Waldfläche per Einwohner“: Rein rechnerisch kommen auf jeden Schweden rund 2,5 Hektar Wald. Dabei sind heute 97 Prozent des schwedischen Waldbestands Kulturwald. Natur-, Alt- und Urwälder machen nur noch drei Prozent aus.

Die Schweden lieben ihre ausgedehnten Wälder. Sie sehen sie nicht nur als ein Geschenk der Natur, sondern auch als Zufluchtsort.

Waldpolitik und Forstwirtschaft

Daran ändert auch die Umwandlung der Wälder in Nutzwälder nichts: Die Waldpolitik des Landes und forstwirtschaftliche Methoden haben längst den größten Teil der Waldlandschaft in Industriewälder umgewandelt. Alte Naturwälder werden durch Plantagen und Wirtschaftswälder ersetzt. Dennoch besitzt Schweden noch immer einen großen Anteil der restlichen Altwälder Europas.

Etwa 22,7 Millionen Hektar produktive Waldfläche dienen heutzutage der Holzgewinnung oder werden in der Papierindustrie weiterverarbeitet. Die Anfänge gehen auf die Zeit der Industrialisierung zurück. Heutzutage wird nach Fällungen konsequent wieder aufgeforstet.

Lebensraum Wald

Camp im nordschwedischen Samland

Weil der heutige vorherrschende Kulturwald genug Zeit zum Heranwachsen bekommt, findet man nur selten reine Monokulturen. Der Wald ist Lebensraum zahlreicher Pflanzen und Tiere. Im Unterholz findet man Beeren und Pilze. Totholz dient Insekten als Lebensraum, und in die Baumwipfel werden von den unterschiedlichsten Vögeln bewohnt.

Wer im Wald unterwegs ist, sollte diese biologische Vielfalt respektieren und achten. Das tun übrigens auch die zahlreichen privaten Waldbesitzer, die trotz kommerzieller Nutzung zahlreiche Umwelt-Standards berücksichtigen und gewisse Lebensräume schonen müssen.

Wälder in Schweden kennenlernen

See Vänern in Värmland

Wer die schwedischen Wälder erkunden und erwandern möchte, ist in der Provinz Värmland in Svealand (nahe der der norwegischen Grenze) gut aufgehoben. Mit rund 130 Naturreservaten, endlosen Wäldern und unzähligen Seen gehört sie zu den faszinierendsten Landstrichen Schwedens. Im Süden befindet sich der See Vänern mit seiner langen Küste und einer idyllischen Inselwelt, nach Norden hin wechseln sich Gewässer und Siedlungsgebiete ab. 

Auch die Insel Öland gehört zu den wichtigsten Reisetipps für Schweden. Der Süden besteht vor allem aus Heidelandschaften, nach Norden hin nimmt die Anzahl und Dichte der Wälder zu. Öland zählt ebenso wie Gotland zu den beliebtesten Sommerurlaubsorten in Schweden – nicht nur ausländische Touristen, auch viele Schweden verbringen die warme Jahreszeit auf der Insel.  

Wald in Schweden: Zahlen, Daten, Fakten


Schwedens komplette Landfläche entspricht 41,3 Millionen ha, davon:

•    23 Millionen Hektar Waldfläche
•    4,5 Millionen Hektar Moor
•    0,9 Millionen Hektar Gebirge
•    3,5 Millionen Hektar Fjäll und Fjällnadelwald
•    3,4 Millionen Hektar Ackerfläche und Viehweiden

Mehr Infos über den schwedischen Wald und seine wirtschaftliche Nutzung:

Sveaskog: Forstwirtschaft auf gut Schwedisch